Das ›Wunder Licht‹ zur Langen Nacht
von: Nora Kirsten

Kinderwissenschaftsshow "Das Wunder Licht" (Foto: Dr. Fuchs, IAP)
OptoNet veranstaltet Kinderwissenschaftsshow zur Langen Nacht der Wissenschaften in Jena
Unzählige Wasserlinsen, 100 selbstgebaute Kameras, Hunderte eingescannte Besucherhände, 4 Durchläufe der Kinderwissenschaftsshow - das ist unsere Bilanz der “Langen Nacht der Wissenschaften”, die gestern (13.11.2009) in Jena mehr als 10.000 Besucher in ihren Bann zog.
OptoNet hatte gemeinsam mit weiteren Partnern das Abbe-Zentrum zur “Kinderinsel” erklärt und präsentierte neben der Kinderwissenschaftsshow “Das Wunder Licht”, einen Stationenpark zum Basteln und Experimentieren.
Schon im Eingangsbereich, wo sich teilweise lange Schlangen am Kartenverkauf bildeten, konnten die Besucher mit dem Licht auf Hautkontakt gehen. An einer Installation von yourarewatchingus mit mehreren Scannern konnten Hände, Gesichter und mitgebrachte Gegenstände eingescannt und in Sekundenschnelle projiziert werden.
Wasserlinsen und Zauberbrille
Unsere erste Station war den ganz kleinen Besuchern gewidmet, die in unerwartet hoher Zahl auf den Beutenberg gekommen waren. Am gut gefüllten Planschbecken konnten Wasserlinsen gebaut und andere optische Phänomene ausprobiert werden. Aus Plastikflaschen wurden kleine Mikroskope und mit Pappe und Haushaltsfolie entstanden handliche Linsen. Dass man mit Licht auch um die Ecke schauen kann, verblüffte nicht nur die kleinen sondern auch großen Gäste, die mit der “Zauberbrille” auf dem Kopf einen Text in Spiegelschrift zu entziffern versuchten.
Können Schweine fliegen?
Ein “unfassbarer” optischer Effekt erstaunte die Besucher gleich nebenan: Der Zauberspiegel besteht aus zwei gleichen Hohlspiegeln, die umgekehrt aufeinander gesetzt sind. In der Mitte des oberen Spiegels ist ein Loch und in der Mitte des unteren liegt ein kleiner Gegenstand – in unserem Fall ein kleines Schweinchen. Das rosa Tier erscheint als seitenrichtiges, 3-dimensionales Bild über der Öffnung. Wenn man danach greift, merkt man mit einem Schauern, dass es sich um ein perfektes Hologramm handelt.
Kann Licht Dunkelheit erzeugen?
Die nächste Station wurde von Hannes betreut, einem Studenten des Studienganges Laser- und Optotechnologien an der Fachhochschule Jena. Mit Hilfe eines Holzbaukastens hatte Hannes ein Interferometer gebaut. Interferometer werden für die Feststellung von Interferenzen (Überlagerungen von Lichtwellen) für Präzisionsmessungen genutzt. Einsatzfelder sind die Längenmessung, die Brechzahlmessung, die Winkelmessung und die Spektroskopie.
Kann ein Lichtstrahl zerbrechen?
Wie genau das Licht in seine Bahnen gelenkt wird, konnten die Besucher an der nächsten Station ausprobieren. Mit Hilfe eines Lasers und verschiedenen Linsen, Prismen und Spiegeln wurden Brechungsgesetz und Brechungswinkel anschaulich gemacht. Jeder konnte selbst ausprobieren, wie Kurz- und Weitsichtigkeit korrigiert werden können oder wie eine Kameralinse funktioniert.
Vorsicht, Spannung!
Licht, das ist nicht nur Helligkeit. Es gibt noch viele andere Eigenschaften des Lichts, viele davon sind auch für unser Auge nicht zu erkennen. Aber mit Spezialfolien, z.B. den Polarisationsfolien kann man sie sichtbar machen. Sie lassen nur Licht mit ganz bestimmten Eigenschaften hindurch, den Rest des Lichtes sperren sie aus. An der Experimentierstation konnte man so Spannungen in Kunststoffmaterialien aufspüren: in Brillengläsern, CD-Hüllen oder Linealen.
Achtung Kamera!
An unserer letzten Station war schließlich das Basteltalent der Schulkinder gefragt. Frau Budenz von den Buchkindern Weimar und Studenten der Fachhochschule bauten gemeinsam mit den Besuchern eine Camera obscura. Hinter diesem geheimnisvollen Namen verbirgt sich eine sogenannte Lochkamera, mit der man – ganz ohne Linsen und aufwändige Optik – Fotos schiessen kann. Jeder, der sein Modell erfolgreich gefalzt, geschnitten und zusammengeklebt hatte, konnte gleich ein Foto machen und in der eigens eingerichteten Dunkelkammer entwickeln lassen.
Die Show zum Licht
Einmal pro Stunde ging im Stationenpark jedoch das Licht aus! Dann hieß es “Bühne frei” für unsere kleine Kinderwissenschaftsshow, die von Friedemann vom Kinderzirkus MoMoLo moderiert wurde. Den ganzen Abend über hatten Kinder ihre Fragen zum Licht an eine große Tafel geschrieben: Wie entstehen Farben? Kann man Licht anfassen? Wie schnell ist Licht?. In der Show galt es nun, die Antworten darauf zu finden. Nach einer kurzen Showeinlage mit leuchtenden LED-Kugeln, begrüßte Friedemann die prominenten Gäste: einen Doktor der Physik, Klaus Schindler, und einen Professor für Optik, Herrn Fleck. Beide standen Rede und Anwort und erläuterten verständlich alle Lichtphänomene. Prof. Fleck hatte sogar noch etwas mitgebracht: eine Musikmaschine, mit der man mit Hilfe von Laserlicht Musik übertragen kann. Die Showgäste konnten dies mit ihren mitgebrachten MP3-Playern gleich ausprobieren und mit einem Kamm zusätzliche “Klangeffekte” erzeugen. In jeder guten Show gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen! Jeweils vier Kinder versuchten mit leuchtenden LED-Lämpchen auf eine magnetische Zielscheibe zu treffen. Die geschicktesten freuten sich über einen Experimentierkoffer zum Thema Optik.
Wir danken allen Besuchern für ihre Neugier! Uns hat der Abend viel Spaß gemacht. Gedankt sei auch allen Beteiligten, die mit Ideen, Ausdauer und Engagement bei der Sache waren.
Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des Aktionsjahres “Forschungsexpedition Deutschland” des BMBF. Unter dem Motto “Zukunft Licht” ist Jena einer der zehn “Treffpunkte der Wissenschaft”, die von der Robert-Bosch-Stiftung und dem Deutschen Städtetag gefördert werden.
Hier ein paar Impressionen des Abends:
Claudia unterstützt eine kleine Besucherin beim Bau einer Camera obscura
Hannes erklärt sein Interferometer
Peggy zeigt den Kindern, wie man aus einer Plastikflasche ein Mikroskop bauen kann
Hunderte Wasserlinsen wurden gebaut
Ich sehe was, was du nicht siehst
Professor Fleck erklärt in der Kinderwissenschaftsshow “Das Wunder Licht” seine geheimnisvolle Musikmaschine
Friedemann sammelt die “Lichtfragen” der Kinder ein
Die Besucher lauschen neugierig den Erklärungen der “Lichtexperten”
Kleine Forscher ganz müde am Ende einer langen Nacht

